Digitalisierung als Chance für Unternehmen: Die Lehre aus der Industriellen Revolution

Digitaliserung bietet Chancen. Digitale Strategien machen KMUs zukunftsfähig.

Die Entwicklung des Mikrochips hat eine Lawine von Erfindungen losgetreten. Die daraus resultierende Digitalisierung hat unseren Alltag grundlegend verändert. Eine ähnlich schnelle Entwicklung gab es das letzte mal durch die Erfindung der Dampfmaschine. Die Folgen sind bekannt: Europa wurde industrialisiert. Obwohl die Industrialisierung sehr viele Vorteile und Unternehmen hervorgebracht hat, sind es vor allem die sozialen Probleme und die Maschinenstürme, die mit dieser Zeit assoziiert werden.

Parallelen zwischen Industrialisierung und Digitalisierung

Die erste Newcomensche Dampfmaschine hat Grundwasser aus Bergwerken abgepumpt. James Watt verbesserte den Wirkungsgrad von 0,5 auf 3%. Die Konsequenz daraus waren dampfgetriebene mechanische Webstühle, Eisenbahnen und viele andere Maschinen. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten, hat sich eine Erfindung in allen Bereichen des damaligen Lebens durchgesetzt.

Ein ähnliches Phänomen 100 Jahre später: Die ersten Mikrochips wurden Mitte des 20. Jahrhunderts erfunden. Auch hier stand in den ersten Jahren einzig und allein die Leistungssteigerung im Vordergrund. Was die Dampfmaschine von James Watt für die Industrielle Revolution bedeutete, bedeutet vielleicht der PC für die Digitale Revolution.

Die Folgen heute sind nicht weniger weitreichend als damals. Unser ganzes Leben wird von digitalen Prozessen gesteuert. Experten sehen kaum noch Aufgaben und Arbeiten, die nicht mehr digitalisiert werden können: Algorithmen, Computer, Roboter und Drohnen können inzwischen nahezu alle Aufgaben erledigen. Nach und nach berichten die Medien von neuen Berufsfeldern, die erschlossen werden. Autos bringen einen fahrerlos ans Ziel, Drohnen liefern autonom Medikamente auf ostfriesische Inseln, und japanische Kinder werden von Robotern unterrichtet.

Gesellschaft im Wandel

Was das für die Arbeit und unsere Gesellschaft bedeutet ist noch nicht abzusehen. Fakt ist, dass viele Jobs besser und günstiger von Maschinen erledigt werden können als von Menschen. So hart es auch klingt: diese Berufsgruppen verlieren auf kurz oder lang ihre Jobs. Auf der anderen Seite entstehen natürlich auch viele neue Arbeitsplätze. Vor allem digitale Kompetenzen sind gefragter denn je. Programmierer, Bigdata-Analysten, Server-Administratoren und DevOps zählen fast überall auf der Welt zu den teuersten Mitarbeitern, es herrscht ein extremer Fachkräftemangel. Eines ist sicher: der Arbeitsmarkt wird komplett durcheinandergewürfelt.

Auf der anderen Seite werden Produkte und Dienstleistungen immer günstiger. Dienstleistungen, die früher viel Geld gekostet haben werden heute oft für den Kunden kostenlos im Internet bereitgestellt. Man erhält kostenlos Informationen aus der ganzen Welt und kostenlose Kommunikation ist immer überall möglich. Dadurch wird das Leben der allermeisten wesentlich bequemer, besser und lebenswerter.

Old Economy vs. digital businesses

Die Digitalisierung schafft neue Geschäftsmodelle. „Alte“ Geschäftsmodelle geraten unter Druck. Old Economy trifft auf Startups und Digitalwirtschaft. Im Buchhandel hat Amazon vorgemacht, wie so eine Entwicklung ablaufen kann. Durch die Buchpreisbindung kann Amazon in Deutschland keine günstigeren Preise anbieten und hat dennoch einen enormen Marktanteil. Wer schon einmal in Amerika versucht hat ein Buch zu kaufen, weiß wie das ganze ohne staatliche Regulierung aussehen würde. Amazon hat als digitales Geschäftsmodell die komplette Old Economy überrollt und verkauft heute nicht nur Bücher, sondern auch so ziemlich alles andere und baut nebenbei auch noch Smartphones und Raketen.

Die Liste der bis jetzt bekannten Verlierer ist lang. Ein kleiner Auszug dieser Liste zeigt, wie gravierend sich die Marktgegebenheiten verändern können:

  • Viele Einzelhändler können im Preiskampf mit Online-Händlern schwer überleben. Aussterbende Fußgängerzonen in strukturschwachen Kleinstädten veranschaulichen diese Entwicklung schon jetzt.
  • Tageszeitungen kämpfen mit sinkender Auflage und rückgängigen Werbebudgets. Mit dem Leser wandern auch die Werbebudgets zu neuen Online-Medien.
  • Für die Plattenindustrie war die MP3 und die damals entstandenen Tauschbörsen Feindbild Nummer eins. Man versuchte diese und deren Nutzer zu bekämpfen und zu verklagen. Andere haben die Technologie als Chance gesehen. Durch iTunes wurde das ganze legal und einfach. Die Kunden waren gerne bereit dafür Geld zu bezahlen. Das Geld verdient seitdem allerdings hauptsächlich Apple und nicht die Musikindustrie.

Viele andere Beispiele zeigen, wie Unternehmen und Branchen Digitalisierung als Wettbewerber und Bedrohung statt als Chance gesehen haben. Heute gibt es kaum noch Unternehmen, die die Digitalisierung unterschätzen. Große Konzerne haben eigene Vorstandsposten für diesen Bereich geschaffen und investieren fleißig in Startups.

Digitalisierungsstrategie für KMUs

Kleinere Unternehmen haben oft keine Digitalisierungsstrategie. Viele denken, dass Sie sich die Kosten einer digitalen Transformation nicht leisten können ohne genau zu wissen, wie hoch die Kosten überhaupt sind. Oft sind diese geringer als erwartet.

Es gibt heute für nahezu alle standardisierten Unternehmensprozesse digitale Tools, die den Aufwand reduzieren und dauerhaft Kosten sparen. Lediglich im individuellen Teil sind die Kosten höher. Die größte Investition betrifft meistens den Bereich, der das Unternehmen als solches in seiner Einzigartigkeit ausmacht.

Ein möglicher Lösungsansatz ist also eine unternehmenseigene individuelle Softwareentwicklung in Verbindung mit standardisierten CRM-, Projektmanagement- oder Sales-Applikationen. Diese Variante ist oft viel günstiger als erwartet und amortisiert sich schon nach wenigen Jahren.

Was fehlt ist selten das Geld. Viel öfter fehlt das digitale Wissen. Dieses Wissen in Form von Mitarbeitern einzustellen, ist die eine Variante. Da viele Kompetenzen gebraucht werden, Abhängigkeiten vermieden werden müssen und Mitarbeiter bekanntlich auch ab und zu Urlaub machen, ist oft ein ganzes Team von neuen Mitarbeitern notwendig. Und da gute Mitarbeiter mit diesen Kompetenzen teuer sind, übersteigt diese Summe das Budget der Unternehmen oft um ein Vielfaches.

Für kleine Unternehmen und Mittelständler bietet es sich daher an, einen kompetenten Partner zu suchen. Im Idealfall einen, der von der Strategieberatung über die Entwicklung bis zur laufenden Wartung der Server und der Software viele Kompetenzen vereint. Qualität sollte hier an erster Stelle stehen. Billiglösungen können nicht nur die schlechtere Lösungen sein, sondern sie können im Unternehmen zu absolutem Chaos führen und dieses existenziell bedrohen.

Unternehmen die sich mit diesem Thema beschäftigen und bereit sind in eine erfolgversprechende Zukunft zu investieren können nachhaltig Kosten senken und Umsätze steigern. Durch schlanke Prozesse können sie wesentlich unbürokratischer und schneller Entscheidungen treffen und sichern so nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit.

die Digitale Revolution ist eine Chance

Es gilt also die Digitale Revolution als Chance zu verstehen. Wenn Roboter ungesunde und unbequeme Arbeiten ausführen, sind diese für jeden Betroffenen eine Erleichterung. Junge Leute, die sich der Entwicklung bewusst sind, können gezielt die Kompetenzen erwerben, die auch in Zukunft gefragt sein werden.

Für Unternehmen bietet Digitalisierung ebenfalls eine Chance. Richtig angegangen, kann sie selbst totgeglaubten Unternehmen zu neuem Schwung verhelfen und diese für die nächsten Jahrzehnte wettbewerbsfähig machen. Sowohl für den Menschen als auch für das Unternehmen: Wer die Digitalisierung ausschließlich als Gefahr betrachtet und sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, der wird zu den Verlierern zählen.

Es liegt im Wesen einer Revolution, dass diese sehr schnell und nicht selten auch chaotisch oder gewaltsam geschehen. Jede Revolution hat Gewinner und Verlierer. Heute kann jeder für sich entscheiden, wie er die Digitalisierung sieht: als Chance oder als Bedrohung. Die Maschinenstürmer sahen die Industrialisierung als Bedrohung. Namentlich kennen tun sie höchstens noch Historiker. Unternehmer der damaligen Gründerzeit witterten die Chance der Industrialisierung: einige ihrer Unternehmen heißen Continental, Bayer, BASF, Daimler oder Siemens.

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