Die EHDA-Falle oder wie Gründer sich im Startup wertlos rechnen

Jede Firma startet als Startup

Als ich vor einigen Jahren als startup mit meinem Geschäftspartner Christoph Simolka die secu-ring GmbH gegründet habe, hatten wir von vielen wichtigen Regeln des Unternehmerdaseins wenig Ahnung. Wir hatten bis dahin weitgehend nur angestellt gearbeitet und uns in Non-Profit Projekten engagiert. Zu Beginn jeder Unternehmung ist, zumindest wenn kein Investor beteiligt ist, das Geld immer ein sehr stark begrenzender Faktor. Also stellt man sich gerade zu Beginn seiner Geschäftstätigkeit die Frage: Wofür gebe ich Geld aus? Und versucht die Ausgaben möglichst gering zu halten. Das ist auch prinzipiell richtig. Es gibt ja unzählige Firmen und Berater, die nur das Beste wollen, allerdings nicht immer für einen sondern oft auch von einem – das bisschen Geld, das man hat.

Was macht man als Gründer im startup selbst?

In dieser Situation tendiert man dazu viele Dinge selbst zu machen. Man ist ja eh da, also kann man auch die eigene Webseite machen, die Buchhaltung machen, die Klos putzen und vieles mehr. Wenn die ersten Geschäfte anlaufen kommt dann natürlich der Stress. Man arbeitet für die Kunden, kümmert sich nachts um Inhalte für die Webseite und macht in den frühen Morgenstunden die Buchhaltung. Irgendwann geht das nicht mehr weiter. Man stellt Leute ein. Nun verhalten sich viele Unternehmer erst mal genauso wie vorher. Man versucht mit dem Personal alle Anforderungen in der eigenen Firma abzudecken. Etwas neues ist zu tun, also gibt man die Aufgabe an XY. XY ist ja eh da. Und schon ist man in der EHDA-Falle. Man berechnet weder die Kosten seiner Mitarbeiter realistisch, noch die eigenen.

Oft ist es aber viel zu teuer, Spezialisten aus einem Bereich Aufgaben aus einem anderen Bereich zu übergeben. Im schlimmsten Fall putzt der Systemarchitekt die Toiletten, der Softwareentwickler macht die Buchhaltung und so weiter. Das Team kann so weniger Kundenanforderungen in der gleichen Zeit bearbeiten oder man braucht mehr Personal für die gleichen Aufgaben. In der Folge kommt man so mit den Kernaufgaben des Unternehmens nicht voran oder verdient weniger Geld als möglich. Ich halte es daher für extrem wichtig interne Kosten realistisch zu berechnen. Gerade als Gründer im startup ist man nämlich nicht EHDA sondern fehlt durch alles was man tut an anderer Stelle.

Outsourcing macht oft Sinn

Die Frage ist also: Welche Aufgaben löst man intern und welche kann man gut extern lösen? Wir haben relativ schnell entschieden, dass wir unsere Buchhaltung und unserer Personalbuchhaltung nicht selber machen, dass wir Reinigungskräfte beschäftigen und unser Design von Designern gemacht wird. Das führt, wenn die Personalkosten realistisch berechnet werden nicht nur zu geringeren Kosten, sondern auch zu besseren Ergebnissen.

In meinen Umfeld und gerade auch in meiner Tätigkeit als Berater bei der Konzeption von Projekten sehe ich immer wieder die EHDA-Falle. Regelmäßig wird in Internet-Startups beispielsweise die Serverpflege oder die Konstruktion von lastverteilten Serversystemen von Softwareentwicklern übernommen. Da diese Arbeit nicht trivial ist, übernimmt meist der Softwareentwickler mit größten Wissen (üblicherweise der technische Leiter des Projekts) die Serverentwicklung. Dadurch fehlt diese Person an anderer Stelle und die Entwicklung der eigentlichen Idee des Startups, die Entwicklung eines Portals oder einer Applikation, stockt. Dadurch kommt es zu Verzögerungen in Zeitplänen zu Verschiebungen im Onlinestart und dadurch natürlich auch zu einer verspäteten Monetarisierung und im schlimmsten Fall zu Löchern im Finanzierungskonzept.

Aus meiner Sicht ist es für jeden Gründer im startup enorm wichtig sich über seine Kernaufgaben im Klaren zu sein und andere Aufgaben an kompetente Dienstleister oder, wenn es mehr Sinn macht an eigens für diese Aufgabe eingestellte Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen abzugeben.

Was die secu-ring GmbH für Startups leistet

Aus diesen Erfahrungen haben wir uns bei der secu-ring GmbH Gedanken darüber gemacht wo wir Startups effizient unterstützen können und an welchen Stellen nicht. Ob ein neues Webportal einen Mehrwert für die spezifische Zielgruppe hat oder nicht können wir schlecht beantworten – wir sind keine Marktforschungsspezialisten. Wie das Portal die Nutzer an sich bindet oder neue gewinnt ist auch nicht unsere Aufgabe – wir sind keine Werbeagentur. Was wir übernehmen können ist das Portal zu entwickeln oder als Serviceprovider ein Webserver– bzw. Cloudkonzept für das Projekt zu entwickeln und das entwickelte System zu pflegen und zu administrieren. Dabei erhalten unsere Kunden zu übersichtlichen Preisen eine Leistung, die Sie intern nur mit mehreren Mitarbeiter und hohen Kosten realisieren könnten. Genau diesen Punkt halte ich für sehr essentiell: Eine Leistung ist nur dann interessant, wenn sie für alle beteiligten Geschäftspartner interessant ist.Wenn auch bei Ihnen Leute von ihren Kernaufgaben abgehalten werden, weil sie Serversysteme pflegen und optimieren, dann sprechen Sie uns an.

personelle Ressourcen heben

Und an welchen Stellen sind Sie in die EHDA-Falle getappt? Es lohnt sich die Verteilung der Aufgaben im Unternehmen zu überdenken und die Frage zu beantworten, wie man den Spezialisten mehr Zeit für ihre Kernaufgaben verschafft. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wird es immer wichtiger werden Fachkräften den Rücken frei zu halten.

die EHDA-Falle - Wenn Gründer in startups sich wertlos rechnen

Wenn der Geschäftsführer lötet, tappt er in die EHDA-Falle. Gründer in startups vergessen oft sich selbst als Kostenfaktor zu sehen.

About Olaf Stichtenoth

Olaf Stichtenoth ist Gründer und CEO der secu-ring GmbH. Er ist Experte für die erfolgreiche Realisierung digitaler Lösungen. Sein Hauptinteresse liegt in der Verbindung von Digitalisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen. Dabei verfolgt er grundlegend den Gedanken der Reduktion und der Schnelligkeit. Dazu sagt er selbst: "Beschränkung und Erprobung wird auf Grund der besseren Kostenbilanz der Planung, Erstellung und dem Ausrollen auf lange Sicht den Rang ablaufen."

3 responses on “Die EHDA-Falle oder wie Gründer sich im Startup wertlos rechnen

  1. Olaf Stichtenoth

    Die Wortkonstruktion geht nicht komplett auf mich zurück. EHDA Kosten sind ja ein zumindest mündlich regelmäßig verwendeter Begriff. Da lag der Weg zur Falle nicht weit.

  2. Sonja Dif

    Hallo Sebastian, vielen Dank und schön, dass es Dir einen weiteren Blickwinkel eröffnet. Schöne Grüße für Dich und an Michael.

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