TYPO3 oder Drupal, Java oder PHP, MySQL oder MongoDB?

Genau zuhören, was der Kunde will um ihn kompetent zu beraten

Typo3 oder Drupal, ja was nun?

Im Gespräch mit Kunden und Geschäftspartnern werde ich regelmäßig mit der Frage ist Technologie A besser als Technologie B konfrontiert. Der Gesprächspartner wünscht sich dann eine klare Antwort. Für A oder B kann man vieles einsetzen:

  • “Ist eigentlich Java besser als PHP?”
  • “Ist JQuery ein besseres JavaScript Framework als MooTools?”
  • “Ist MySQL besser als MongoDB?”
  • oder: “Ist TYPO3 besser als Drupal”

Auf diese Fragen lassen sich natürlich Gegenfragen formulieren:

  • “Ist eigentlich Christiano Ronaldo besser als Usain Bolt?”
  • “Ist Fussball ein besseres Spiel als Schach?”
  • “Ist ein Roman besser als ein Bildband?”
  • oder: “Ist Content Management besser als Community?”

Eine Antwort auf die falsche Frage

Die Frage, ob TYPO3 besser ist als Drupal ist grundsätzlich die falsche Frage. Die Frage ist an der Technik orientiert und eben nicht am Kunden orientiert. Damit ich diese Frage einem Kunden sinnvoll beantworten kann, muss sie etwas umformuliert werden. Dafür ist es zuerst notwendig herauszufinden, was der Kunde erreichen möchte:

  • Plant er ein redaktionelles Portal, eine online community, ein ecommerce, eine Unternehmensdarstellung, eine webbasierte Applikation oder alles zusammen?
  • Wie sind seine konkreten Vorstellungen?
  • Was will der Kunde oder seine Mitarbeiter mit dem System erreichen? Soll es z.B. konfigurierbare Workflows und Genehmigungstrukturen geben, oder arbeitet nur ein einzelner Mitarbeiter mit dem System?
  • Was will mein Kunde für seinen Endkunden anbieten? Was sollen die Benutzer des Webprojektes tun können?
  • Welches Budget hat mein Kunde?
  • Welchen Anspruch hat er?
  • Wie sieht sein Zeithorizont aus?
Genau zuhören, was der Kunde will um ihn kompetent zu beraten

TYPO3 oder Drupal?

Gute Beratung fängt beim Fragen und Zuhören an und ist die wichtigste Grundlage für eine Technologieentscheidung wie TYPO3 oder Drupal.

Technology follows function

Wen ich antworten auf diese Fragen habe, kann ich die Technologiefrage stellen. Diese lautet dann: Ist Technologie A oder Technologie B besser geeignet um das Projekt XY meines Kunden umzusetzen. D.H. wir fragen dann z.B.

“Wenn wir die Anforderungen unseres Kunden umsetzen,

  • sollten wir dann Java oder PHP einsetzen?
  • passt dann MooTools besser ins Projekt als JQuery?
  • lassen sich die Datenstrukturen dann eher flach (MongoDB) oder relational (MySQL) abbilden?
  • welches Content Management System passt zu den Projektanforderungen?

oder geben die richtigen Antworten:

  • “Da es ein kleineres Projekt mit recht eingeschränktem Budget ist, sollten wir PHP verwenden”
  • “Da im Projekt schon Twitter Bootstrap eingesetzt wird, welches JQuery voraussetzt, sollten auch alle anderen JavaScript Funktionalitäten auf JQuery basieren.
  • “Da die im Projekt verwalteten Daten hauptsächlich Textdokumente sind verwenden wir MongoDB”
  • Da es sich um Enterprise Content Management Projekt handelt, setzen wir TYPO3 ein.”

oder bezogen auf die Alltagswelt:

  • Wenn wir Manager in einem Fussballverein sind, verpflichten wir lieber Christiano Ronaldo als Usain Bolt.
  • Wenn wir als Lehrer das abstrakte Denken schulen wollen, spielen wir mit den Kindern eher Schach als Fussball.
  • Wenn ich schöne Photos sehen will, ziehe ich den Bildband dem Roman vor.
  • Wenn ich einen Verlag um ein Onlineangebot erweitern möchte, sind Content Management Features wichtiger als Communityfunktionen.

Fazit

Um sinnvoll einzuschätzen, welche Technologie in einem Projekt verwendet werden sollte, muss ich mir im Klaren über die Ziele eines Projektes sein und wissen, welche Personengruppen welche Rollen im Projekt ausfüllen. Wenn ich das aber weiß, muss ich als Web Dienstleister auch in der Lage sein eine begründete Empfehlung für eine Technologie auszusprechen. Bei allgemeinen X ist besser als Y Aussagen ist es aber sehr angebracht skeptisch zu sein. Wenn einem so eine Aussage als Kunde begegnet, sollte man sich durchaus fragen: Welches Interesse verfolgt mein gegenüber? Welchen Vorteil hat er, wenn ich diese Pauschalaussage glaube?

About Olaf Stichtenoth

Olaf Stichtenoth ist Gründer und CEO der secu-ring GmbH. Er ist Experte für die erfolgreiche Realisierung digitaler Lösungen. Sein Hauptinteresse liegt in der Verbindung von Digitalisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen. Dabei verfolgt er grundlegend den Gedanken der Reduktion und der Schnelligkeit. Dazu sagt er selbst: "Beschränkung und Erprobung wird auf Grund der besseren Kostenbilanz der Planung, Erstellung und dem Ausrollen auf lange Sicht den Rang ablaufen."

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